Gehört die Banane zu Deutschland?

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Gehört die Banane zu Deutschland?

Beitragvon BLURT » Mo 19. Jan 2015, 17:20

Nein, das ist hier nicht die Frage.
Oder doch?
Seit nicht mehr unsere muslimischen Mitbürger, sondern DER Islam zu Deutschland gehört laut unserer mehr oder minder gewählten politischen Vordenker, stellen sich ja viele Fragen neu.
Frage mal etwas polemisch: Was gehört bei einer solchen Annahme eigentlich dann überhaupt noch nicht mehr zu Deutschland?
Die Bäume, auf denen die Bananen wachsen? Die Daddelpalme, weil ihr die klimatischen Verhältnisse nicht behagen?
Weitergehend: Braucht ein "Volk" im Zeitalter der Globalisierung überhaupt noch Identifikation mit was Lokalem oder nivelilert sich das alles sowieso über Facebook?
Sollte man nicht erst mal DEN Islam fragen, ob er überhaupt zu Deutschland dazugehören möchte?
Aber schon diese Frage ist ja irregulär. Es gibt ja noch nicht mal einen Adressaten für so eine Frage.
Der ewige Talkshowgast eines muslimischen Separatistenverbands für Deutschland spricht ja nur für einen Bruchteil seiner Gläubigen in Deutschland, aber sicher nicht für die Taliban, die Mudjahedin, die Hisbollah, den IS oder Boko Haram.
Sollen vielleicht WIR jetzt all denen erzählen, dass ihre Anführer wohl den Islam nicht richtig verstanden haben?

Bin bis vor kurzem Kreuzberber gewesen, inzwischen Berlin-Mitte. Hab keine Umfrage gemacht mangels Ressourcen und weil man sich eh nur noch aus den Augenwinkeln beäugt bestenfalls, aber nach 27 Jahren Berlin in dieser Gegend trau ich mich zu behaupten, dass die dritte Generation der Türken Mord an Satirikern, die Allah abbilden, in großer Mehrheit für in Ordnung halten. Zumindest sagen würden, selbst schuld. Macht man halt nicht.
Meiner Einstellung und Erfahrung nach gehört das nicht zu Deutschland. Wenn auch Deutschland seinen großen Anteil daran hat, dass es so weit gekommen ist, indem es die Bildungsferne solcher Bevölkerungsanteile nicht nur zugelassen, sondern regelrecht erzwungen hat.
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Re: Gehört die Banane zu Deutschland?

Beitragvon Karl schamriss » Mo 19. Jan 2015, 18:04

@blurt
Das ist ein ziemlich heisses eisen und so ein Thema ueber einen Blog abzuhandeln ist suboptimal, denn da wird man leicht mal in eine Ecke gedrängt in welcher man nicht stehen moechte und auch dachte da kaeme man nach seiner grundschulzeit nicht mehr hin
Also ich hab da eine ambivalente Meinung dazu..
Die Politik hat von vorherein schon in den 50igern fehler gemacht und diese auch nicht korrigiert oder korrigieren wollen
Die Zuwanderer hatten nie eine reelle Chance
Ich glaube zuerst immer an das Gute im Menschen und wenn jemand mit Wuerde und Respekt behandelt wird gibt er das in der Regel zurueck,
Ich glaube einfach nicht daran, dass es hier Unterschiede in Kulturkreisen gibt und ned mal in einem Sportverein, wobei der Kreis wieder geschlossen waeren

Das einzige einreiseverbot welches ich unilateral verhaengen wuerde ist gegen Bananen

Da hab ich nämlich ne Allergie
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Re: Gehört die Banane zu Deutschland?

Beitragvon BLURT » Mo 19. Jan 2015, 19:08

Schön, dass du gleich und ernsthaft geantwortet hast.
Bin mir dessen bewusst, dass ich mich mit diesem Thema in einen Bereich begebe, wo unten nur Glatteis ist.
Andererseits macht sich ja jeder so seine Gedanken darüber und ich vielleicht schon etwas länger. Einfach aufgrund meines Wohnsitzes.
Bin damals NACH Wehr-und Zivildienst nach Berlin gegangen, weil mir hier die Luft zum Atmen und der Geist der Freiheit mit der dazugehörigen umfassenden Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Andersartigen weniger dünn erschien.
Ich weiß nicht, ob ich jemals ein Linker war. Natürlich bin ich in diesem Biotop sozialisiert. Wohl wissend, dass jedes Biotop nur eine Brutstätte für eingefahrene Gedanken ist. Gerne wäre ich immer ein Autonomer gewesen, aber dazu fehlte mir damals der Mut zur Maske und eigentlich schon immer die Lust zur Vermummung. Drum sag ich heute gerne offen, was mich gedanklich umtreibt. Zu einem Abschluss und zur letzten Erkenntnis komme ich eh nicht. Bemühe mich halt insoweit nach wie vor um Autonomie, dass ich die inzwischen noch viel ausgrenzenderen Kriterien von rechts und links, konservativ oder fortschrittlich nicht mehr zulasse als Maßstab für meine Gedanken, Instinkte, Gefühle.
Ich habe gelernt, dass ich als politisch hin-und hergerissener Mensch manchmal auch unsicher sein darf in meinem Urteil, meiner Meinung.
Dass ich mich darin und in in soweit annehmen kann und eben keine festgefügte Orientierung brauche, die mir jederzeit sagt, was ich denken darf und was nicht, das macht mich relativ frei und ist natürlich auch anstrengend: Dauernd muss ich auftauchende Gedanken an meinen eigenen Moralvorstellungen messen und denen der Gesellschaft und das dann untereinander und gegenseitig abgleichen. Ja was soll ich sagen? Mir macht sowas dann auch noch Spaß. Immerhin bleibe ich so in Bewegung und das war mir noch immer die Hauptsache.
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Re: Gehört die Banane zu Deutschland?

Beitragvon Karl schamriss » Mo 19. Jan 2015, 23:53

Servus socrates, in Teilen gebe ich Dir recht, es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass das Gros des aktuellen Zustroms aus Brennpunkten kommt, die wir in Annahme wir muessen unsere westlichen Werte anderen Laendern, respektive Kulturen , ueberstuelpen, verursacht haben. Sei es Regionen des im Westen gehypten arabischen Fruehlings, der sich als welkender Herbst herausgestellt hat und wie z.B in Lybien ein Vakuum von Anarchie hinterlassen hat. Von Afghanistan,dem Irak oder Syrien ganz zu schweigen.
Hier wurde doch erst die Saat fuer den IS gelegt.
Ich spreche jedem der in der Vergangenheit in diesen Laendern Regierenden die Vollkommenheit ab, aber sie sorgten zum Teil fuer stabile Verhaeltnisse.

Naechstes Beispiel die Zerstörung von ganzen Wirtschaftszweigen ob Gefluegelzucht in Westafrika durch EU Billigexporte oder Abschottung auf der anderen Seite im EU Raum, welche Importe mit Zoellen verhängt, die einen Wettbewerb nicht mehr zulassen.

Ganz offen ich habe volle Sympathie mit jedem der sich verzweifelt auf den Weg macht, aber ja, wie Du beschrieben hast ist die Anpassung auch eine Holschuld, wenn man den Leuten einfach die Moeglichkeit geben wuerde, aber die Menschen werden in zentrale Lager gebracht ohne sich einbringen zu koennen.
Hier ist aus der Historie heraus im Kopf noch viel Antipathie/Phobie da mit allem Fremden, dies jedoch zum ueberwiegenden Teil voellig unbegruendet.
Ich bin viel mit dem Rad in Osteuropa gefahren und wir wurden ueberall freundlich aufgenommen.. Ich stell mir gerade mal vor 4 Russen/Georgier/Ukrainer etc. mit dem
Rad wuerden in Oberhinkofen oder in Langquaid in ein Lebenmittelgeschaeft 'einfallen' da waere Gefahr in Verzug.. Wobei wir als Westler dort immer mit Neugier willkommen
geheissen werden und oftmals eingeladen...
Zuletzt geändert von Karl schamriss am Di 20. Jan 2015, 12:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gehört die Banane zu Deutschland?

Beitragvon Karl schamriss » Mo 19. Jan 2015, 23:57

Socrates ist dein Beitrag diffundiert?
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Re: Gehört die Banane zu Deutschland?

Beitragvon Socrates » Di 20. Jan 2015, 22:30

@Karl:

Hab ihn selbst wieder rausgenommen, da das Thema zu komplex für ein Forum wie dieses ist.

Mir geht es um Differenzierung und darum, auch die Hintergründe zu beleuchten, so wie dir auch.

Die demographische Entwicklung Deutschlands macht uns zwangsläufig zu einem Einwanderungsland,
das dürfte unbestritten sein. Über die Frage, wie man diese Einwanderung steuert, kann man viel
diskutieren. Und dass eine reiche Gesellschaft wie unsere Menschen in Notsituationen helfen muß,
dürfte auch außer Frage stehen.
"UM DIE MORAL ZU HEBEN, MUSS MAN DIE ANSPRÜCHE SENKEN"

(Stanislaw Jerzy Lec, 1909-1966, polnischer Schriftsteller)
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Re: Gehört die Banane zu Deutschland?

Beitragvon BLURT » Mi 21. Jan 2015, 11:24

Das Thema ist zwar komplex, aber jetzt auch nicht viel komplexer als die Energiewende, die Gesundheitsreform oder der Länderfinanzausgleich. Oder na ja, der Länderfinanzausgleich ist (zumindest in Bayern) dann vielleicht doch etwas einfacher zu diskutieren. Sagen wir stattdessen "Griechenland".
Und "dieses Forum" ist eigentlich in seiner Zusammensetzung so gestrickt, dass mich Meinung dazu hier schon interessieren würde.
Jedenfalls deutlich mehr als Meinung "auf der Straße". In Wirklichkeit redet ja wahrscheinlich auch jeder von uns bei Gelegenheiten darüber, wo die Sätze und Gedanken noch viel mehr so nebenher und nicht ganz wasserdicht sprudeln als das hier schriftlich überhaupt möglich wäre. Der Unterschied liegt wohl darin, dass man inzwischen überhaupt nur noch über dieses Thema redet, wenn man sich einigermaßen sicher sein kann, dass das Gegenüber sowieso genauso oder ganz ähnlich denkt.
Insofern denke ich, hat unsere Zurückhaltung eher was mit präventiver Selbstzensur zu tun. Denn tatsächlich besteht ja die Gefahr, angesichts der auf allen Seiten ausgeprägten Beißreflexe bei diesem Thema in eine Ecke gestellt zu werden, in der man sich selber nicht sieht und aus der man auch nur schwer wieder herauskäme.
Na ja, einen Versuch wars wert.
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Re: Gehört die Banane zu Deutschland?

Beitragvon Karl schamriss » Mi 21. Jan 2015, 13:07

in jedem fall schoen hier gleichgesinnte zu finden, auch wenns nur virtuell ist:)
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Re: Gehört die Banane zu Deutschland?

Beitragvon BLURT » Mi 21. Jan 2015, 15:24

Ja.

Ich bin halt der Meinung, dass die "Angst", sich zum Thema Islam und/oder Zuwanderung und/oder Integration überhaupt noch zu äußern mitverantwortlich dafür ist, dass jetzt PEGIDA & Co. solchen Zulauf hat. Die Feigheit der Aufgeklärten führt eben dazu, dass der rechte Rand Erfolgserlebnisse verbucht.
Ganz offensichtlich hat doch die Tabuisierung des Themas zu einem Gefühlsstau geführt, der sich jetzt eben eruptiv Bahn bricht und vereinnahmen lässt von Leuten, die tendenziell kontraproduktiv damit umgehen, aber gleichwohl erstmals eine Plattform für solche Emotionen bieten, auf der man sich sehen lassen kann.
Oben schrieb ich von Beißreflexen. Insbesondere gemeint habe ich damit auch und gerade den Umgang der sogenannten Linken mit der Thematik.
Da wird ein Buschkowski mit einem Sarrazin in einen Topf geworfen, der natürlich auch gleich schon Blut und Boden war als immerhin lebenslanger Sozialdemokrat. Und der Neuköllner Bürgermeister kommt auch sogleich in die Nazi-Schublade.
Dabei traut der sich nur zu sagen, was er jeden Tag sieht. Und kommt dann zu so rechtsradikalen Schlussfolgerungen wie Ganztagsschule für alle.
Weil wir weit und breit das einzige Land wären, das seine Kinder mittags um halb zwei vor den Fernseher schickt.
Dem bin jetzt ich zum Beispiel echt dankbar, dass er als Sozialdemokrat das Problematisieren von Integration nicht den Neo-Nazis überlässt.
Ist aber wirklich einer der ganz Wenigen, die sich da deutlich und konkret aus dem Fenster lehnen. Leider am Ende doch nur ein Lokalpolitiker.
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