Jahnfans gegen Rassismus

Der 12 Mann
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onki
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Re: Jahnfans gegen Rassismus

Beitrag: # 49443Beitrag onki
Do 15. Aug 2019, 10:00

onki hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 22:25
Ja, Epsilon. Das klingt ja fast so als wärst Du von mir angegriffen worden. Daran kann ich mich aber nicht erinnern. Meine Floskel "wilde Rechnerei" wirst Du hoffentlich überleben.
Mit allem anderen befindest Dich aber auf dem Irrweg und/oder ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt.

Warum mich die Verschiebung der der Tönnies-Debatte auf "Rechenbeispiele" oder die Überbevölkerung als Allgemeinschauplatz stört ist einfach zu erklären:
Tönnies hat mitnichten "generell" gesprochen, sondern sich explizit DIE Afrikaner rausgepickt und zusammen mit dem flapsigen Schnacksel-Klischee noch eine "Handlungsanweisung" der Marke Kraftwerke-müssten-helfen zum Besten gegeben.
DAS alleine hat die massive Kritik hinsichtlich Rassismus und Diskriminierung ausgelöst...
Jetzt plötzlich mit dem Argument "man wird doch wohl noch das Thema Überbevölkerung unaufgeregt diskutieren dürfen" um die Ecke gebogen zu kommen, verzerrt etwas den Auslöser wie auch den Kern der Debatte.

Der Hinweis von Eigenkapitalist "Bevölkerungswachstum muss ÜBERALL eingedämmt werden" bringt mich schon etwas zum Stirnrunzeln.
Denn dass hier hauptsächlich Afrika (und hier einige spezielle Extremregionen) exorbitant in der Bringschuld ist ist zweifellos ein harter Fakt. Dass Afrika in den 2000er Jahren die Geburtenrate auf 4.6 stark reduzieren konnte und diese sich jedoch noch immer auf 3fachem Niveau der europäischen (1.6) befindet, spricht eine deutliche Sprache.
Wo siehst Du hier einen Handlungsansatz für Europa?
Und wer Afrika meint, sollte bitte auch Afrika sagen.

Das Dilemma jedoch ist, dass in Afrika selbst eine weitere Reduzierung der Geburtenrate runter auf Reproduktionsniveau nichts mehr ändern würde am Bevölkerungsüberschuss, da ja JETZT bereits zu viele Kinder und Jugendliche existieren, um diese Menge nachhaltig in Lohn und Brot zu bekommen...

Es ist also nicht mehr Fünf vor zwölf und dementsprechend noch Zeit für kluge oder rassistische Ratschläge (hier war übrigens Tönnies gemeint, nicht Du Epsilon)...
sondern bereits 10 NACH zwölf!

Die UN täte gut daran ein gemeinschaftliches Konzept für Länder wie Niger, Nigeria, Mali etc. anzustoßen.
Hier braut sich ein riesiger Karventsmann am Horizont zusammen...
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Iarwain
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Re: Jahnfans gegen Rassismus

Beitrag: # 49444Beitrag Iarwain
Do 15. Aug 2019, 10:07

onki hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 22:25
Ja, Epsilon. Das klingt ja fast so als wärst Du von mir angegriffen worden. Daran kann ich mich aber nicht erinnern. Meine Floskel "wilde Rechnerei" wirst Du hoffentlich überleben.
Mit allem anderen befindest Dich aber auf dem Irrweg und/oder ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt.

Warum mich die Verschiebung der der Tönnies-Debatte auf "Rechenbeispiele" oder die Überbevölkerung als Allgemeinschauplatz stört ist einfach zu erklären:
Tönnies hat mitnichten "generell" gesprochen, sondern sich explizit DIE Afrikaner rausgepickt und zusammen mit dem flapsigen Schnacksel-Klischee noch eine "Handlungsanweisung" der Marke Kraftwerke-müssten-helfen zum Besten gegeben.
DAS alleine hat die massive Kritik hinsichtlich Rassismus und Diskriminierung ausgelöst...
Jetzt plötzlich mit dem Argument "man wird doch wohl noch das Thema Überbevölkerung unaufgeregt diskutieren dürfen" um die Ecke gebogen zu kommen, verzerrt etwas den Auslöser wie auch den Kern der Debatte.

Der Hinweis von Eigenkapitalist "Bevölkerungswachstum muss ÜBERALL eingedämmt werden" bringt mich schon etwas zum Stirnrunzeln.
Denn dass hier hauptsächlich Afrika (und hier einige spezielle Extremregionen) exorbitant in der Bringschuld ist ist zweifellos ein harter Fakt. Dass Afrika in den 2000er Jahren die Geburtenrate auf 4.6 reduzieren könnte, diese sich jedoch noch immer auf 3fachem Niveau der europäischen (1.6) befindet, spricht eine deutliche Sprache.

Das Dilemma jedoch ist, dass in Afrika selbst eine weitere Reduzierung der Geburtenrate runter auf Reproduktionsniveau nichts mehr ändern würde am Bevölkerungsüberschuss, da ja JETZT bereits zu viele Kinder und Jugendliche existieren, um diese Menge nachhaltig in Lohn und Brot zu bekommen...

Es ist also nicht mehr Fünf vor zwölf und dementsprechend noch Zeit für kluge oder rassistische Ratschläge (hier war übrigens Tönnies gemeint, nicht Du Epsilon)...
sondern bereits 10 NACH zwölf!

Die UN täte gut daran ein gemeinschaftliches Konzept für Länder wie Niger, Nigeria, Mali etc. anzustoßen.
Hier braut sich ein riesiger Karventsmann am Horizont zusammen...
Im Übrigen...während der Industrialisierung gab es in Deutschland und Europa auch dine krasse Bevölkerungsexplosion...die gipfelte im ersten Weltkrieg.

Den afrikanischen Kontinent in eine Bringschuld zu erklären, ist meiner Meinung nach falsch und lenkt auch von der ursprünglichen Problematik ab. Genauso wie zur Zeit der Industrialisierung in Europa, waren Kinder so eine Art Lebensversicherung, weil man sich erhoffte, wenigstens ein paar durchzubringen, die den Familien beim Überleben helfen sollten sowie eine Altersvorsorge darstellten. Es gab keine staatliche Fürsorge, die musste erst blutig erkämpft werden. Ähnlich sieht es derzeit auf dem afrikanischen Kontinent aus. Es gibt kaum staatliche Vorsorge. Besonders deshalb nicht, weil die Menschen dieses Kontinents immer noch und schon wieder aufs Übelste kolonialistisch ausgebeutet werden. Die Handelsverträge, die von ein paar korrupten Eliten mit westlichen Staaten vereinbart werden, schaffen alle Güter außer Landes. Wie soll sich eine Gesellschaft in der Art und Weise entwickeln können, wenn die Grundlage ihres Reichtums ständig gestohlen wird? Gleichzeitig werden hier die Löhne massiv gering gehalten und Aktionäre/Eigentümer schwimmen im Luxus.

Tönnies als Fabrikant weiß das ganz genau! Er ist kein unschuldiges Kind, das Mal was falsches gesagt hat. Er weiß um die Bedingungen, die ihm seinen Reichtum gebracht haben. Ich verstehe diese Untertanenmentalität in Deutschland einfach nicht. Der Kerl besitzt ein Fleischimperium, behandelt seine Arbeiter*innen rassistisch (Stichwort: Bezahlung), äußert sich offen abfällig über mehr als 1 Mrd. Menschen und dann verteidigen ihn Menschen auch noch dafür. Der arme Tönnies...der leider derzeit sicherlich sehr arg unter den ganzen Millionen, die er auf dem Konto hat und keiner seiner Fabrikanten-Freunde geht jetzt noch mit ihm ein Steak essen...
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onki
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Re: Jahnfans gegen Rassismus

Beitrag: # 49445Beitrag onki
Do 15. Aug 2019, 10:26

Iarwain hat geschrieben:
Do 15. Aug 2019, 10:07

Den afrikanischen Kontinent in eine Bringschuld zu erklären, ist meiner Meinung nach falsch und lenkt auch von der ursprünglichen Problematik ab. Genauso wie zur Zeit der Industrialisierung in Europa, waren Kinder so eine Art Lebensversicherung, weil man sich erhoffte, wenigstens ein paar durchzubringen, die den Familien beim Überleben helfen sollten sowie eine Altersvorsorge darstellten. Es gab keine staatliche Fürsorge, die musste erst blutig erkämpft werden. Ähnlich sieht es derzeit auf dem afrikanischen Kontinent aus. Es gibt kaum staatliche Vorsorge. Besonders deshalb nicht, weil die Menschen dieses Kontinents immer noch und schon wieder aufs Übelste kolonialistisch ausgebeutet werden.
...
Hm, dass sind zwar richtige Argumente, aber m.E. bei weitem nicht das ganze Bild.
Die patriarchalen Strukturen in den einschlägigen Problemstaaten Niger oder Nigeria tragen massiv zu diesem Wahn bei, so dass sich Frauen in solchen Ländern rechtfertigen müssen, nur(!) 5 Kinder auf die Welt gebracht zu haben...
Stichwort Polygamie (natürlich nur für Männer), Kaum Bildung für Mädchen und Frauen durch Zwangsheirat in Minderjährigkeit...
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Re: Jahnfans gegen Rassismus

Beitrag: # 49447Beitrag Eigenkapitalist
Do 15. Aug 2019, 11:07

„Patriarchalische Strukturen“ haben eher weniger was mit dem Kinderreichtum zu tun. Auch in China herrschen weitgehend patriaralische Strukturen und dennoch gilt es dort als unschicklich viele Kinder zu haben. War bis vor einigen Jahren ja auch noch mehr oder weniger verboten. Es liegt, wie hier schon gesagt wurde hauptsächlich daran, dass Kinder als einzige Altersvorsorge gesehen werden, wie bei uns vor vielen, vielen Jahren ja auch. Gesetze wie in China um gegen eine Bevölkerungsexplosion anzukommen gibt es auch nicht.
Und die Männerexklusive Polygamie ist halt so ein klassisches Islamding, insbesondere im Falle Nigers, auch dazu bedarf es keiner „patriarchalischen Strukturen“. Im Christentum, welches ich als Religion allerdings genauso wenig schätze, wird bis auf ein paar Sekten, trotz patriarchalischer Ausrichtung, Monogamie praktiziert.

Dennoch: Auch unser Bevölkerungswachstum muss eingedämmt werden, bzw. sogar schrumpfen. Zwar haben wir bei weitem nicht diese Geburtenraten, allerdings werden in Westeuropa deutlich mehr Ressourcen pro Person verbraucht. Um eine Population zu verkleinern muss man übrigens überhaupt niemanden entsorgen (was ja in keinster Weise jemand gefordert hat). Natürliche Fluktuation ist das Zauberwort. Der Bestand der wegfällt wird halt nicht ersetzt. Wer unbedingt Kinder haben will, soll halt welche adoptieren. Aber auch das darf man in öffentlichen Diskussionen ja nicht sagen, weil man dann ja von vielen Hanseln, die ihr Lebensideal in ihrer kleinbürgerlichen Spießerfamilie sehen, virtuell gesteinigt wird. Siehe Beispiel die Diskussion um die Regensburger Grundschullehrerin. Natürlich soll das nicht über Repressalien oder Zwangsabtreibungen laufen, aber mit entsprechenden Anreizen (Kindergeld für max. 1 Kind, etc.) könnte man da einiges erreichen.

Das entbindet uns natürlich nicht von der Pflicht auch den Ressourcenverbrauch einzuschränken. Fleisch ist einfach ein ineffizientes Nahrungsmittel und solange Fleischimperien wie die von Tönnes oder Würstchen Uli subventioniert werden und vegane Alternativen (die mittlerweile genauso gut schmecken können) absurderweise teurer sind als die Fleischpendands bewegen wir uns da ganz klar in eine falsche Richtung. Aber auch bei diesem Thema ist leider kaum eine sinnvolle Diskussion möglich.

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onki
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Re: Jahnfans gegen Rassismus

Beitrag: # 49458Beitrag onki
Fr 16. Aug 2019, 09:37

Eigenkapitalist hat geschrieben:
Do 15. Aug 2019, 11:07
„Patriarchalische Strukturen“ haben eher weniger was mit dem Kinderreichtum zu tun. Auch in China herrschen weitgehend patriaralische Strukturen und dennoch gilt es dort als unschicklich viele Kinder zu haben. War bis vor einigen Jahren ja auch noch mehr oder weniger verboten. Es liegt, wie hier schon gesagt wurde hauptsächlich daran, dass Kinder als einzige Altersvorsorge gesehen werden, wie bei uns vor vielen, vielen Jahren ja auch. Gesetze wie in China um gegen eine Bevölkerungsexplosion anzukommen gibt es auch nicht.
Und die Männerexklusive Polygamie ist halt so ein klassisches Islamding, insbesondere im Falle Nigers, auch dazu bedarf es keiner „patriarchalischen Strukturen“.
Patriarchale Familienordnung und das Verhältnis der Geschlechter sowie rückwärts gewandte Traditionen werden seit Jahrzehnten von Organisationen (WHO, UN, Oxfam etc.) wie auch von betroffenen Ländern selbst als Hauptgründe für hohe Kinderrate und damit einhergehender Armut genannt.
Die Programme die zur weiteren Eindämmung der Geburtenrate führen sollen, setzen genau da an.
Bildung für Mädchen statt minderjähriger Verheiratung und Schwangerschaft. Aufklärung gegen Polygamie oder Ächtung kinderarmer oder kinderloser Frauen.

Auch China ist ein Beispiel hierfür, denn die verordnete 1-Kind-Politik war eben genau die Reaktion darauf (in den 60er Jahren lag die Rate dort noch bei über 6 Kindern). Steigender Wohlstand und Bildung sorgten jedoch dafür (analog zur 1.Welt) dass sich auch gesellschaftlich der Wunsch nach Kindern in Grenzen hält. Soweit nämlich, dass China nun genau entgegengesetzt ein Problem hat namens Demografie bzw. zu schnell alternderGesellschaft. So ist dort aktuell eine 2-Kind-Politik angesagt... und eine 3-Kind-Politik angestrebt.
Stichwort keine "patriarchale Strukturen" in China:
4 Jahrzehnte staatliche Geburtenkontrolle und jahrelanger Bevorzugung von Jungs haben mittlerweile zu einem Männerüberschuss in China von über 30 Millionen geführt!
Familien können sich im übrigens die Geburt eines Jungen mittlerweile finanziell kaum mehr leisten. Denn patriarchale Tradition ist es, dass die Eltern des Bräutigams für die Wohnung des Ehepaares aufkommen. Bei den in astronomische Höhen geschossenen Immobilienpreisen ist das mittlerweile ein ruinöser Nachteil. Es heißt dort: hast du 2 Jungen, bist Du Bankrott!
Zudem ging der jahrzehntelange Druck einen Jungen zu gebähren zu Lasten der Frauen aus. Ebenso wird die neue 3-Kind-Politik in China (ein Land mit einer gewaltigen Frauen-Beschäftigungsquote von über 80%) zu Lasten von Arbeit und Bildung für Frauen gehen...

Mei, Eigenkapitalist, bei uns hier darfst doch alles sagen und diskutieren wenn es einigermaßen formuliert ist. Was halt aktuell wirklich verheerend ist, ist meiner Meinung nach das fehlen einer Debattenkultur oder aber auch generell ergebnisoffener Diskussionen.
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