Strukturprozess und Strukturreform

Die Verantwortlichen
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Bene
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Re: Strukturprozess und Strukturreform

Beitrag: # 68362Beitrag Bene
Di 19. Mai 2026, 15:11

Andreas Gietl hat geschrieben: Di 19. Mai 2026, 10:55 Den Rest nehme ich zur Kenntnis, ohne dass mir ganz klar wird, warum Deine Meinung zu Thomas Ebeling quasi alle Gremienmitglieder in einer Form "infiziert", dass man mit Ihnen nicht mehr in der Sache ohne Zynismus diskutieren will und hoffe, wir können das jetzt zurückstellen und zur Sache kommen.
Ich will hier niemand in "Sippenhaft" nehmen, möchte aber damit zum Ausdruck bringen, dass ich durchaus merke, dass meine Motivation, mich für dieses Thema zu engagieren, nicht unbedingt hoch ist, wenn Vereinsverantwortliche, die ja dieses Thema und andere Themen mitentscheiden, in meinen Augen bezüglich unserer Vereinswerte komplett unglaubwürdig erscheinen.
"Dritte Liga Nichtabstiegsplatz,
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KLP
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Re: Strukturprozess und Strukturreform

Beitrag: # 68363Beitrag KLP
Di 19. Mai 2026, 15:37

Das wäre ja ein Grund, warum die Mitglieder den Vorstand wählen sollten. Der Einfluss über den AR ist zwar gegeben, aber ich kenns ja aus der Politik. Sobald man in so einem Posten ist, ist der interne Druck so immens, dass man nicht immer mit seinen Überzeugungen arbeiten kann.

Was spricht denn dagegen, dass die Mitglieder den Vorstand direkt wählen können? Dass man den Mitgliedern nicht vertraut?

Es gäb ja noch den Kompromiss, dass die Mitgliederversammlung die Vorschläge des ARs für den Vorstand bestätigen müssen.
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Andreas Gietl
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Re: Strukturprozess und Strukturreform

Beitrag: # 68364Beitrag Andreas Gietl
Di 19. Mai 2026, 16:31

KLP hat geschrieben: Di 19. Mai 2026, 15:37 Das wäre ja ein Grund, warum die Mitglieder den Vorstand wählen sollten. Der Einfluss über den AR ist zwar gegeben, aber ich kenns ja aus der Politik. Sobald man in so einem Posten ist, ist der interne Druck so immens, dass man nicht immer mit seinen Überzeugungen arbeiten kann.

Was spricht denn dagegen, dass die Mitglieder den Vorstand direkt wählen können? Dass man den Mitgliedern nicht vertraut?

Es gäb ja noch den Kompromiss, dass die Mitgliederversammlung die Vorschläge des ARs für den Vorstand bestätigen müssen.
Meine Gedanken dazu:
Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass es nicht darum geht, dass der Vorstand von den Mitgliedern gewählt wird, sondern dass die Personen, die die wichtigen Entscheidungen treffen, von den Mitgliedern gewählt werden. Insofern weise ich nochmal darauf hin, dass der von den Mitgliedern gewählte Aufsichtsrat des Vereins durch unseren Vorschlag erheblich an Kompetenzen gewinnt:
- unmittelbare Zuständigkeit für die Entlassung und Einstellung der Geschäftsführung der KG (bisher Vorstand + AR), Weisungsrecht gegenüber der Geschäftsführung (bisher Vorstand)
- Zustimmung zur Wahl der Aufsichtsräte der Kapitalgesellschaft (durch d. Präsident/in) (bisher: Vorstand)
- Möglichkeit d. PräsidentIn mit 5 Stimmen jederzeit ohne wichtigen Grund zu entlassen (statt wie bisher nur mit wichtigen Grund)

Ich weise auch nochmal darauf hin, dass entgegen hier aufgestellter Behauptung weiterhin jedes Vereinsmitglied (nach 2 Jahren Mitgliedschaft) bis zum 1. August vor einer Wahl seine Bereitschaft zur Wahl für den Aufsichtsrat erklären kann. Es findet keine Eignungsprüfung oder dergleichen statt. Die Frist dient alleine dazu, dass die Mitglieder sich vor der MV ein umfassendes Bild von den KandidatInnen machen können.
Von daher werden die Rechte der Mitglieder gestärkt, weil die Aufgaben des Aufsichtsrats gestärkt werden.
Der Vorstand hat nach dem Entwurf der Kommission "nur" noch die Aufgabe den Verein zu führen. Er wirkt gegenüber der Kapitalgesellschaft nur noch insoweit, als d. Präsident mit dem Aufsichtsrat die Aufsichtsräte der Kaptitalgesellschaft wählt.
Ich bitte darum, das bei der Debatte betreffend der Wahl d. Vorstands durch die MV jedenfalls mit in die Betrachtung mit einzubeziehen oder zur Kenntnis zu nehmen.

Gegen eine Wahl des Vorstands durch die MV gibt es z.B. folgenden Argumente:
- Handlungsfähigkeit in der "Krise": Sollte d. Vorstandvorsitzende zurücktreten (hatten wir kürzlich), müsste eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden. Hingegen ist es extrem unwahrscheinlich, dass aus dem AR soviele Mitglieder zurücktreten, dass der Aufsichtsrat nicht mehr handlungsfähig ist.
- Der Sports Good Governance Kodex weist zudem darauf hin, dass bei einer Wahl durch die Mitgliederversammlung die Gefahr besteht, dass nicht ausreichend qualifiziertes Personal gewählt wird. Er schlägt daher, wie Du, eine vorgeschaltete Eignungsprüfung vor (https://www.sports-governance-kodex.org ... l_2021.pdf, 3.2). Ich glaube bei der Wahl der Aufsichtsräte, die ja als einzelne Kandidaten antreten und nicht als Gesamtvorstand und zudem nicht alle gleichzeitig zur Wahl stehen, ist das eher weniger gefährlich.
- Führt man eine solche Eignungsprüfung ein, z.B. durch Vorschlag des Aufsichtsrats, gilt weiterhin mein erster Spiegelstrich. Hinzu kommt ein erhebliches Potential der gegenseitigen Blockade von Mitgliederversammlung und Aufsichtsrat mit einer entsprechenden Führungskrise.
Dafür spricht natürlich die unbestrittene basisdemokratischere Legitimation.

Hier gibt es kein richtig oder falsch, sondern es ist eine Frage der Gewichtung und Bewertung der einzelnen Punkte, was man haben will. Am Ende muss eine Lösung stehen, die es ermöglicht den Verein möglichst gut und effizient zu führen und die Mitgliederrechte ausreichend zur Geltung zu bringen. Ich hoffe, das ist mit unserem Entwurf noch besser und ausreichend gelungen.

Ich misstraue den Mitgliedern nicht, ganz im Gegenteil. Das wäre ja auch etwas seltsam einer Mitgliederversammlung zu misstrauen, die mir (und vielen anderen) seit 10 Jahren ihr Vertrauen schenkt.
Zuletzt geändert von Andreas Gietl am Di 19. Mai 2026, 16:37, insgesamt 2-mal geändert.

Andreas Gietl
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Re: Strukturprozess und Strukturreform

Beitrag: # 68365Beitrag Andreas Gietl
Di 19. Mai 2026, 16:32

Bene hat geschrieben: Di 19. Mai 2026, 15:11
Andreas Gietl hat geschrieben: Di 19. Mai 2026, 10:55 Den Rest nehme ich zur Kenntnis, ohne dass mir ganz klar wird, warum Deine Meinung zu Thomas Ebeling quasi alle Gremienmitglieder in einer Form "infiziert", dass man mit Ihnen nicht mehr in der Sache ohne Zynismus diskutieren will und hoffe, wir können das jetzt zurückstellen und zur Sache kommen.
Ich will hier niemand in "Sippenhaft" nehmen, möchte aber damit zum Ausdruck bringen, dass ich durchaus merke, dass meine Motivation, mich für dieses Thema zu engagieren, nicht unbedingt hoch ist, wenn Vereinsverantwortliche, die ja dieses Thema und andere Themen mitentscheiden, in meinen Augen bezüglich unserer Vereinswerte komplett unglaubwürdig erscheinen.
Das ist sehr schade.

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Bene
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Re: Strukturprozess und Strukturreform

Beitrag: # 68366Beitrag Bene
Di 19. Mai 2026, 16:40

Grundsätzliche Frage:
Hier ist ständig vom Satzungsentwurf der Kommission die Rede. Wo finde ich diesen Entwurf? Ist er überhaupt schon veröffentlicht und falls nicht, wann wird er veröffentlicht?
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Andreas Gietl
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Re: Strukturprozess und Strukturreform

Beitrag: # 68367Beitrag Andreas Gietl
Di 19. Mai 2026, 16:51

Bene hat geschrieben: Di 19. Mai 2026, 16:40 Grundsätzliche Frage:
Hier ist ständig vom Satzungsentwurf der Kommission die Rede. Wo finde ich diesen Entwurf? Ist er überhaupt schon veröffentlicht und falls nicht, wann wird er veröffentlicht?
Wie ich bereits geschrieben habe, ist der Volltext noch nicht veröffentlicht. Das folgt aber demnächst.
Andreas Gietl hat geschrieben: Do 14. Mai 2026, 12:03
Die Kommission schlägt eine Neufassung der Satzung vor, um die Satzung besser verständlich zu machen, geschlechtsneutral zu formulieren, Unklarheiten und Dopplungen zu beseitigen sowie auch kleinere inhaltliche Änderungen vorzunehmen. Über den vorgeschlagenen Satzungstext werden Sie rechtzeitig informiert.

Andreas Gietl hat geschrieben: Fr 15. Mai 2026, 15:23
Zu Punkt 1: Der Vorschlag der Strukturkommission liegt dem Vorstand seit dem 31. März (Frist laut Satzung) im Volltext vor.

Der Papierene
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Re: Strukturprozess und Strukturreform

Beitrag: # 68368Beitrag Der Papierene
Di 19. Mai 2026, 17:32

Jetzt wird es langsam ziemlich kurios Herr Gietl, auf der einen Seite vertraut man der Mitgliederversammlung den AR zu wählen und hält dieselbige für kompetent dies zu tun,
auf der anderen Seite traut man den Mitgliedern aber nicht zu, den Präsidenten/Vorstandsvorsitzenden zu wählen und spricht der MV das Urteilsvermögen ab
Es gibt en masse Bundesligavereine, die den Präsidenten/VV direkt wählen lassen, haben diese Vereine mehr Urvertrauen, kompetentere Mitglieder oder sind naiv dies tun zu lassen?

Natürlich findet man immer Quellen, welche die eigene Argumentationskette stützen, in dem Fall "Sports Governance"

Vielmehr möchte ich anmerken, ob nicht der Aufsichtsrat in der Vergangenheit ein nicht optimales Urteilsvermögen hatte und zum Teil unqualifiziertes Personal in
Positionen gebracht hat (Stilz, Werner, Beierlorzer, Patz, Wimmer) um nur einige zu nennen, den Mitgliedern wird aber unterstellt nicht das geeignete Personal auswählen zu können (??)
Hinsichtlich der Handlungsfähigkeit bei Rücktritt des Präsidenten/VV gibt es ja die Geschäftsführung mit dem AR, damit der Verein weiterhin agieren kann.
Ja es müsste eine ausserordentliche MV geben, aber die müsste es auch geben, wenn der Präsident/VV durch die Gremien abberufen wird

Aktuell reine Spiegelfechterei solange die neue Satzung nicht publik ist
Im.übrigen MUSS zu der Satzung des e.V auch die Satzung der KGaA veröffentlicht werden, damit die Mitglieder sehen wie die Kompetenzen verteilt sind
Die Simulation der Handlungsfähigkeit

Andreas Gietl
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Re: Strukturprozess und Strukturreform

Beitrag: # 68373Beitrag Andreas Gietl
Di 19. Mai 2026, 23:52

Der Papierene hat geschrieben: Di 19. Mai 2026, 17:32 Jetzt wird es langsam ziemlich kurios Herr Gietl, auf der einen Seite vertraut man der Mitgliederversammlung den AR zu wählen und hält dieselbige für kompetent dies zu tun,
auf der anderen Seite traut man den Mitgliedern aber nicht zu, den Präsidenten/Vorstandsvorsitzenden zu wählen und spricht der MV das Urteilsvermögen ab
Es gibt en masse Bundesligavereine, die den Präsidenten/VV direkt wählen lassen, haben diese Vereine mehr Urvertrauen, kompetentere Mitglieder oder sind naiv dies tun zu lassen?

Natürlich findet man immer Quellen, welche die eigene Argumentationskette stützen, in dem Fall "Sports Governance"

Vielmehr möchte ich anmerken, ob nicht der Aufsichtsrat in der Vergangenheit ein nicht optimales Urteilsvermögen hatte und zum Teil unqualifiziertes Personal in
Positionen gebracht hat (Stilz, Werner, Beierlorzer, Patz, Wimmer) um nur einige zu nennen, den Mitgliedern wird aber unterstellt nicht das geeignete Personal auswählen zu können (??)
Hinsichtlich der Handlungsfähigkeit bei Rücktritt des Präsidenten/VV gibt es ja die Geschäftsführung mit dem AR, damit der Verein weiterhin agieren kann.
Ja es müsste eine ausserordentliche MV geben, aber die müsste es auch geben, wenn der Präsident/VV durch die Gremien abberufen wird

Aktuell reine Spiegelfechterei solange die neue Satzung nicht publik ist
Im.übrigen MUSS zu der Satzung des e.V auch die Satzung der KGaA veröffentlicht werden, damit die Mitglieder sehen wie die Kompetenzen verteilt sind
Die Satzung des eV ist wieder auf der Homepage verfügbar auf meine Veranlassung. Bzgl der KG bin ich nicht zuständig, sie ist aber auf registerportal.de kostenlos abrufbar.

Ansonsten habe ich Pro & Contra dargestellt und anerkannt, dass es kein Richtig oder Falsch gibt, sondern alles vertretbar ist.

Die Geschäftsführung führt nicht den Verein sondern die KG. Die Notwendigkeit einer außerordentlichen MV zur Abberufung des Vorstands will der Entwurf ja gerade abschaffen.

Ich verstehe, dass die fehlende aktuelle Verfügbarkeit des Satzungsentwurf als Hindernis gesehen wird. Wie die aktuelle Diskussion aber zeigt, sind die spannenden Fragen ja weniger der genaue Satzungstext sondern eher die dahinterliegenden Grundsatzentscheidungen.

Zum Rest werde ich mich nicht äußern.

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